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Kontraktur

  1. Was ist eine Kontraktur?
  2. Was können die Ursachen für eine Kontraktur sein?
  3. Welche Symptome treten bei einer Kontraktur auf?
  4. Besonderheiten beim Hund
  5. Besonderheiten bei der Katze
  6. Besonderheiten beim Pferd
  7. Wie kann eine Kontraktur diagnostiziert werden?
  8. Welche Folgen kann eine Kontraktur haben?
  9. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Kontraktur?
  10. Wie können Sie Ihr Tier zusätzlich unterstützen?

 

Was ist eine Kontraktur?

Eine Kontraktur ist die dauerhafte Bewegungseinschränkung eines Gelenks, häufig in Folge einer Ruhigstellung, Verletzung oder Lähmung. Sie entsteht, wenn Muskeln, Bänder, Sehnen, Faszien oder die Gelenkkapsel verkürzen und ihre Fasern schrumpfen. Das betroffene Gelenk kann nicht mehr über das volle Bewegungsausmaß bewegt werden. Die Beweglichkeit ist vermindert oder vollkommen eingeschränkt.

Eine Kontraktur bildet sich nicht von selbst zurück, sondern verschlechtert sich immer weiter, wenn sie nicht behandelt wird.


Was können die Ursachen für eine Kontraktur sein?

Eine Kontraktur kann vor allem dann entstehen, wenn ein Gelenk nicht im vollen Bewegungsausmaß genutzt wird. Diese Gefahr besteht zum Beispiel bei einer neurologischen Erkrankung wie einer Lähmung, oder bei einer Ruhigstellung im Gipsverband nach einer Fraktur. Auch eine dauerhafte Schonhaltung ist ein Risikofaktor. Sind bestimmte Bewegungen über längere Zeit nicht mehr möglich, verkürzen Muskeln, Bänder und andere Strukturen, die das Gelenk umgeben. Es entsteht eine Kontraktur.

Eine weitere Ursache können Verletzungen im Gelenkbereich sein: Verbrennungen oder große Schürfwunden sind sehr schmerzhaft, behindern die Bewegung und schränken das Bewegungsausmaß ein. Besteht eine solche Einschränkung über längere Zeit, kann daraus eine Kontraktur entstehen.


Welche Symptome treten bei einer Kontraktur auf?

Hauptsymptom einer Kontraktur ist eine Bewegungseinschränkung im Gelenk. Ist die Gelenkkapsel betroffen, folgen die Einschränkungen einem charakteristischen Muster, dem sogenannten Kapselmuster.

Es können einzelne oder alle Bewegungen in einem Gelenk eingeschränkt sein. Das Bewegungsausmaß ist vermindert – manchmal ist sogar keine Bewegung mehr möglich. 

Eine Kontraktur verändert das Gangbild. Je nach Lokalisation und Ausprägung der Kontraktur hinkt oder lahmt das erkrankte Tier. Es sind charakteristische Gangveränderungen zu beobachten, die Rückschlüsse auf die betroffene Muskulatur zulassen.

Häufig treten zusätzlich Schmerzen auf – an den betroffenen Extremitäten, aber auch an den gesunden Beinen, die durch die Einschränkungen stärker belastet werden.


Besonderheiten beim Hund

Die Kontraktur des Quadricepsmuskels (M. quadriceps femoris) zeigt sich vor allem bei Junghunden im Wachstum nach einer Oberschenkelfraktur. Der Quadricepsmuskel ist für die Streckung im Kniegelenk zuständig. Bei einer Kontraktur bleibt das Kniegelenk überstreckt und der Hund hat Schwierigkeiten beim Gehen.

Greift man frühzeitig ein, ist manchmal noch eine Behandlung durch Bewegungstherapie möglich. Ist dies nicht erfolgversprechend, kommen verschiedene chirurgische Methoden zum Einsatz. In schweren Fällen kann sogar eine Amputation nötig sein.

Vor allem bei Schäferhunden kann eine Kontraktur der hinteren Oberschenkelmuskulatur auftreten. Der M. gracilis und der M. semitendinosus beugen das Kniegelenk. Sind sie von einer Kontraktur betroffen, ist die Kniestreckung eingeschränkt. Zusätzlich ziehen die Muskeln das Bein nach innen. Die Pfote kann nicht korrekt vorgesetzt werden. Die Muskeln sind strangartig verändert und gut zu ertasten. Im akuten Zustand ist diese Kontraktur meist schmerzhaft – die Schmerzen lassen jedoch bei chronischem Verlauf wieder nach. 

Der Häufigkeitsgipfel der Gracilis-Semitendinosus-Kontraktur liegt im Alter von drei bis sieben Jahren. Als Ursache werden wiederholte Verletzungen oder Zerrungen der Muskeln vermutet.

Der M. infraspinatus streckt das Schultergelenk und ist ein wichtiger Muskel für die Fortbewegung. Dieser Muskel ist vor allem bei jüngeren Jagdhunden verletzungsgefährdet – sie können sich beim Stöbern Zerrungen des M. infraspinatus zuziehen. Passiert dies öfter, kann sich eine Kontraktur entwickeln. Zunächst zeigt sich nur eine leichte Lahmheit. Später verändert sich das Gangbild deutlich: die Vorderpfote wird beim Gehen nach außen gedreht und nach vorne geschleudert (carpal flip). Um diese Kontraktur zu beseitigen, wird die Sehne chirurgisch korrigiert und Kapselverklebungen gelöst.


Besonderheiten bei der Katze

Auch bei der Katze besteht die Gefahr einer Kontraktur des Quadricepsmuskels. Wird eine Fraktur nicht ausreichend stabil versorgt, nutzt die Katze das betroffene Bein nur wenig und bewegt die Gelenke nicht im vollen Ausmaß. Bei einer Quadricepskontraktur wird das Hinterbein dauerhaft in Kniestreckung gehalten. Zusätzlich besteht eine Fehlstellung im Hüftgelenk. 

Um die Kontraktur zu beheben, wird der Quadricepsmuskel häufig chirurgisch befreit und verlängert. Alternativ kann der Oberschenkelknochen verkürzt werden, um wieder passende Längenverhältnisse zwischen Muskel und Knochen herzustellen. 

Nicht immer führen diese operativen Methoden zum Erfolg. Deshalb ist Vorbeugung besonders wichtig: Eine stabile Versorgung von Frakturen und frühzeitige Bewegungstherapie mit Hilfe eines Tierphysiotherapeuten stellen eine wirksame Kontrakturprophylaxe dar. 


Besonderheiten beim Pferd

Bei Pferden lassen sich angeborene und erworbene Kontrakturen unterscheiden. Bei angeborenen Fehlstellungen werden das Platzangebot in der Gebärmutter und die Nährstoffversorgung als Hauptursachen diskutiert. Auch eine genetische Komponente ist vorhanden.

Erworbene Kontrakturen liegen oft in Haltungsfehlern begründet. Ungünstige Bodenverhältnisse, zu wenig Bewegung einerseits oder Überlastung andererseits kommen als Ursachen in Frage. Viele Fehlstellungen bei Fohlen regulieren sich mit etwas Unterstützung und Geduld wieder.

Leidet ein Pferd unter einem angeborenen oder erworbenen Stelzfuß, zeigt das Fesselgelenk eine Beugefehlstellung. Im fortgeschrittenen Zustand kommt es sogar zum Überköten. Die Behandlung erfolgt oft konservativ, das heißt ohne operativen Eingriff. Mit immer wieder neu angepassten Gipsverbänden wird das betroffene Bein weiter in die Streckung gebracht.

Der sogenannte Bockhuf tritt bei Fohlen und jüngeren Pferden auf. Es handelt sich um eine Fehlstellung in Hufgelenk und Krongelenk, bei der der Huf auf der Spitze aufgesetzt wird. Häufig kann der Bockhuf durch gezielte Bewegungstherapie reguliert werden. Zusätzlich werden oft Spezialbeschläge oder Hufschuhe zur Korrektur genutzt.

Auch Gipsverbände kommen zum Einsatz. In schweren Fällen ist eine chirurgische Behandlung möglich: das Unterstützungsband der tiefen Beugesehne wird durchtrennt, um die Fehlstellung zu beseitigen. 


Wie kann eine Kontraktur diagnostiziert werden?

Eine Kontraktur ist leicht zu diagnostizieren. Die eingeschränkte Beweglichkeit ist eindeutig zu sehen und zu fühlen.

Eine bestehende Fehlstellung aufgrund der Kontraktur sticht sofort ins Auge. Auch die Beurteilung des Gangbilds gibt wichtige Hinweise – bei einer Kontraktur sind die Bewegungsabläufe auf typische Weise verändert, je nachdem welche Gelenke und Muskeln betroffen sind.

Bei der Palpation (Tastuntersuchung) lassen sich oft strangartige Verhärtungen tasten. Zusätzlich testet der Tierarzt die Beweglichkeit der einzelnen Gelenke.

Bildgebende Verfahren können zum Einsatz kommen, um zusätzliche Veränderungen im Gelenk zu erkennen. Zu diesem Zweck kann ein Röntgenbild angefertigt oder eine Computertomographie durchgeführt werden.


Welche Folgen kann eine Kontraktur haben?

Eine Kontraktur schränkt die Beweglichkeit ein. Unbehandelt schreitet sie oft weiter fort und verstärkt sich immer mehr. So wird das Gehen zunehmend schwierig. 

Die betroffenen Gelenke stehen in Fehlstellung. Beim Stehen und Gehen entsteht eine ungünstige Belastung – dies betrifft nicht nur die erkrankte Extremität, sondern auch die gesunden Beine, die dadurch mehr Gewicht übernehmen müssen. Es besteht die Gefahr, dass sich Arthrose an einem oder mehreren Gelenken entwickelt. 

Kontrakturen verringern die Selbstständigkeit und Mobilität. Je nachdem wie stark die Kontraktur ausgeprägt ist, benötigt ein betroffenes Tier Hilfe und Unterstützung im Alltag. 


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Kontraktur?

Da die Behandlung schwierig und nicht immer erfolgversprechend ist, ist Vorbeugung wichtig. In Phasen mit hoher Kontrakturgefahr – während und nach einer Ruhigstellung, Verletzung oder einer neurologischen Erkrankung – zahlt es sich aus, prophylaktisch tätig zu werden, damit keine Kontraktur entsteht.

Eine stabile Frakturversorgung ermöglicht frühzeitiges Bewegen – die beste Vorsorge. Zusätzlich helfen gezielte Bewegungsübungen. Fragen Sie hierzu Ihren Tierarzt, oder lassen Sie Ihrem Tier ein Bewegungsprogramm von einem Tierphysiotherapeuten zusammenstellen. 

Eine bestehende Kontraktur kann operativ behandelt werden. Das Vorgehen unterscheidet sich je nach der individuellen Situation. Bestehende Verklebungen zwischen Muskeln und Faszien werden beseitigt. Verwachsene Strukturen können gelöst und verkürzte Muskeln operativ verlängert werden. Manchmal wird auch der Knochen verkürzt, um wieder passende Längenverhältnisse zwischen Muskulatur und Knochen herzustellen.

In sehr schweren Fällen kann eine Amputation die beste Lösung sein. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase können Hunde und Katzen oft sehr gut auf drei Beinen zurechtkommen.


Wie können Sie Ihr Tier zusätzlich unterstützen?

Eine individuell angepasste Orthese stützt und stabilisiert das Gelenk. Sie verhindert, dass das Gelenk in eine falsche Position gezogen wird. So kann sie zum Beispiel bei einer neurologischen Erkrankung Fehlstellungen wie Überköten verhindern und Kontrakturen vorbeugen.

Eine Bandage bietet sanfte Unterstützung und Stabilisierung. Das Neoprenmaterial wärmt und entspannt zusätzlich. Die Bandagen werden einfach angelegt und mit Klett fixiert. Sie sind für verschiedene Gelenke (Sprunggelenk (Tarsalgelenk), Schulter, Karpalgelenk) und in unterschiedlichen Größen erhältlich. Für einen stärkeren Stützeffekt eignet sich die Ausführung mit zusätzlichen Schienen.

Die Kühl- und Wärmebandage kann für Wärme- und Kältebehandlungen genutzt werden. Ihre herausnehmbaren Gelkompressen eignen sich für beide Einsatzgebiete. Wärme entspannt die Muskulatur, Kälte kann Schmerzen lindern – zwei erwünschte Effekte bei einer Kontraktur.

Eine sanfte Massage entspannt die verkürzte Muskulatur. Mit unseren 100% natürlichen Wunder-Produkten nutzen Sie zusätzlich die Kraft der Natur: Arnikawunder besteht aus hochkonzentrierter Arnikaessenz, die kühlend wirkt und die Muskulatur bei der Erholung unterstützt. Um die wertvolle Arnika noch länger einwirken zu lassen, können Sie den unkomplizierten Arnikawunderwickel anlegen.

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