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Muskelatrophie

  1. Was ist Muskelatrophie?
  2. Was können die Ursachen für Muskelatrophie sein?
  3. Welche Symptome treten bei Muskelatrophie auf?
  4. Besonderheiten beim Hund
  5. Besonderheiten bei der Katze
  6. Besonderheiten beim Pferd
  7. Wie kann Muskelatrophie diagnostiziert werden?
  8. Welche Folgen kann Muskelatrophie haben?
  9. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Muskelatrophie?
  10. Wie können Sie Ihr Tier zusätzlich unterstützen?

 

Was ist Muskelatrophie?

Muskelatrophie wird auch als Muskelschwund bezeichnet. Verschiedene Ursachen können dafür sorgen, dass Muskeln schwächer werden und Muskelmasse abgebaut wird. Die Abnahme der Skelettmuskulatur ist oft gut zu sehen – betroffene Bereiche erscheinen deutlich dünner und schmaler

Unter dem Mikroskop betrachtet verkleinern sich die einzelnen Muskelzellen, sodass sich in Folge die Muskeldicke verringert.

Muskelatrophie kann generalisiert auftreten, das bedeutet, dass alle Muskeln betroffen sind, wie es bei einer Mangelernährung vorkommt. Ein örtlich begrenztes Problem, zum Beispiel eine Verletzung, kann zu einer lokalisierten Muskelatrophie führen, die sich auf einen bestimmten Bereich beschränkt.


Was können die Ursachen für Muskelatrophie sein?

Fehl- und Mangelernährung führt nicht nur zu Abmagerung, auch die Muskulatur wird beeinträchtigt. Muskeln sind anspruchsvoll – sie benötigen Makronährstoffe, vor allem Eiweiß und Kohlenhydrate, im richtigen Verhältnis. Ist die Fütterung dauerhaft nicht dem Bedarf angepasst, können die Muskeln nicht ausreichend unterhalten und erhalten werden. Tiere, die aus schlechter Haltung stammen und mangelhaft ernährt wurden, leiden oft unter starker Muskelatrophie.

Auch mangelnde Bewegung kann zu Muskelatrophie führen. Muskeln, die nicht oder nur wenig genutzt werden, schwächen ab und werden dünner. Dies ist ebenfalls ein Problem, das sich häufig bei Pferden, Hunden oder Katzen aus dem Tierschutz beobachten lässt: Tiere, die jahrelang ohne Auslauf und Bewegung eingesperrt wurden, zeigen nach ihrer Befreiung oft deutliche Defizite der Muskulatur.

Im höheren Alter nimmt die Muskelmasse ab. Dies liegt zum einen an der verringerten Aktivität – ein alternder Hund oder eine Katze wird ruhiger, bewegt sich weniger und nutzt so die Muskulatur nur noch in geringem Maße. Zum anderen verlangsamen sich viele Stoffwechselprozesse im Alter, sodass Muskeln langsamer auf- und schneller abgebaut werden. 

Eine neurologische Erkrankung wie zum Beispiel degenerative Myelopathie, Cauda-Equina-Kompressionssyndrom, Radialisparese, spinale Muskelatrophie oder ein Bandscheibenvorfall kann dafür sorgen, dass die Muskeln nicht mehr durch die Nerven angesteuert und aktiviert werden können. Muskeln, die nicht genutzt werden, bauen sich ab – massiver Muskelschwund ist die Folge. 

Muskelschwund und Abmagerung kann auch ein Symptom für einen Tumor sein – beispielsweise ein Osteosarkom. 

Eine Ruhigstellung, zum Beispiel durch einen Gipsverband wegen einer Fraktur, schwächt die Muskeln schon nach kurzer Zeit. Sobald der Gips abgenommen werden kann, ist ein deutlicher Unterschied zur nicht betroffenen Seite zu sehen.


Welche Symptome treten bei Muskelatrophie auf?

Das auffälligste Zeichen bei Muskelatrophie ist die damit verbundene Schwäche. Betroffene Tiere zeigen ein verändertes Gangbild: sie hinken oder humpeln, ziehen eine oder mehrere Pfoten nach, Krallen oder Hufe können über den Boden schleifen.

Die Abnahme der Muskelmasse ist sichtbar: betroffene Muskeln zeigen eine geringere Dicke. Bei einseitiger Muskelatrophie ist der Unterschied zur gesunden Seite deutlich zu sehen.

Häufig verringert sich die Ausdauer: ein Hund ermüdet schon nach kurzen Spaziergängen und legt sich manchmal sogar unterwegs hin, ein betroffenes Pferd kann nicht oder nicht lange geritten werden, da es schon nach der Aufwärmphase erschöpft ist, eine Katze springt und klettert weniger.


Besonderheiten beim Hund

Muskelatrophie beim Hund kann ein Symptom für Polyneuropathie sein. Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung mehrerer peripherer Nerven – also der Nerven, die vom Rückenmark aus zu Muskeln, Haut und Organen ziehen. Es gibt viele verschiedene Ursachen für Polyneuropathie: Vergiftungen, Borreliose oder Toxoplasmose sind nur einige Beispiele. Manche Hunderassen besitzen eine Neigung zu bestimmten Formen der erblichen Polyneuropathie: der Alaskan Malamute, Dalmatiner, Boxer, Rottweiler oder der Deutsche Schäferhund können – neben anderen Rassen – betroffen sein.

Hunde können durch regelmäßiges Training viel erreichen: oft sind sie sehr motiviert, zusammen mit ihrem Besitzer zu arbeiten. Gezielte Kräftigungsübungen, Training im Wasser oder Gehen auf dem Laufband machen Hunden viel Spaß. So können sie die Muskulatur zielgerichtet wieder aufbauen oder möglichst lang erhalten. 


Besonderheiten bei der Katze

Spinale Muskelatrophie (SPA) tritt bei Maine-Coon-Katzen auf. Es handelt sich um eine erbliche Erkrankung der Motoneuronen – das sind die Nervenzellen, die für die Aktivierung der Muskeln zuständig sind. Der typische Muskelschwund an den Hinterbeinen lässt sich sehr früh beobachten und beginnt oft schon im Alter von 12 Wochen. 

Erkrankte Katzen zeigen einen schwankenden Gang und eine charakteristische Beinstellung. Die Muskeln, vor allem am Oberschenkel, werden schwach und nehmen an Dicke ab. Spinale Muskelatrophie ist nicht heilbar. Allerdings ist diese Krankheit nicht mit Schmerzen verbunden – die Tiere können mit etwas Unterstützung im Alltag oft fast beschwerdefrei als Wohnungskatzen leben.


Besonderheiten beim Pferd

Muskelatrophie beim Pferd kann unter anderem durch falsche Aufrichtung beim Reiten und schlecht passende Ausrüstung verursacht werden. Fehlt die korrekte Aktivierung der Hinterhand, kann ein Muskelschwund, vor allem in der Sattellage, die Folge sein. Dieses Phänomen wird auch als Trageerschöpfung bezeichnet. Bei der Trageerschöpfung handelt es sich nicht um ein kurzfristiges Phänomen (wie der Name vermuten lässt), sondern um eine dauerhafte Schwäche, die behandelt werden sollte.

Ein falsch angepasster Sattel drückt oder scheuert und verteilt das Reitergewicht nicht optimal. Auf Dauer verändert sich das Gangbild – das schwungvolle Mitfedern von Wirbelsäule und Gliedmaßen wird eingeschränkt, Muskeln werden weniger aktiviert und schwächen sich ab. Verursacht der Sattel zusätzlich Schmerzen, nimmt das Pferd oft eine Schonhaltung ein, die die Muskeln weiter schwächt.

Auch die Ernährung spielt bei Pferden eine wichtige Rolle. Muskeln brauchen viel Energie. Ist das Futter nicht ausreichend an die Belastung angepasst, kann der Körper die Muskulatur nicht ausreichend unterhalten. Vor allem der korrekte Eiweißgehalt ist ausschlaggebend. 

Muskelatrophie an Rücken und Hinterhand kann außerdem Symptom einer schweren Erkrankung sein. Die Polysaccharid-Speicherkrankheit (PSSM) ist eine Störung im Muskelstoffwechsel. Sie zeigt sich vor allem bei Quarter Horses, wurde aber auch schon bei anderen Rassen wie Haflingern, Norikern, verschiedenen Kaltblütern und Warmblütern nachgewiesen.


Wie kann Muskelatrophie diagnostiziert werden?

Die Muskelatrophie ist meist gut zu sehen und zu tasten. Auffälligkeiten im Gangbild, im Stand und in der Koordination können den Verdacht einer Muskelschwäche bestätigen.

Muskelatrophie ist häufig ein Anzeichen für eine zugrundeliegende Erkrankung. Nach Abnahme eines Gipsverbands ist die Ursache klar. Wenn der Fall nicht so einfach ist, macht sich der Tierarzt auf die Suche nach der Grunderkrankung

Tests von Reflexen sowie Halte- und Stellreaktionen geben Aufschluss, ob ein neurologisches Problem die Ursache ist. Das Muster, in dem sich die Muskelatrophie verteilt und ausbreitet, ist oft charakteristisch für eine bestimmte Erkrankung.

Außerdem kommen zum Beispiel Röntgenbilder, Magnetresonanztomographie (MRT), Blutuntersuchungen oder Urintests zum Einsatz.


Welche Folgen kann Muskelatrophie haben?

Eine Muskelatrophie, die immer weiter fortschreitet, wirkt sich mehr und mehr auf das Leben des erkrankten Tieres aus. Eine leichte Schwäche kann häufig noch kompensiert werden – durch eine veränderte Haltung, angepasstes Gangbild und die Aktivierung von Hilfsmuskulatur. Dies kann jedoch auch zu unerwünschten Effekten führen und Verschleißerkrankungen nach sich ziehen: die Gelenke werden ungünstig belastet, bestimmte Muskeln überlastet, Bänder und Sehnen stark beansprucht. Auf Dauer kann zum Beispiel Arthrose die Folge sein.

Je stärker sich die Atrophie auswirkt, desto mehr wird das betroffene Pferd, der Hund oder die Katze im Alltag eingeschränkt. Bewegung und Sozialkontakte fallen weg, Lieblingsplätze können nicht mehr besucht werden, die Selbstständigkeit wird zunehmend geringer. 

Sobald Organe betroffen sind, treten meist starke Probleme auf. Inkontinenz oder Beeinträchtigungen von Schluckmuskulatur und Atmung bedeuten große Einschränkungen im Alltag und oft eine stark verringerte Lebensqualität. 


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Muskelatrophie?

Die Behandlung der Grunderkrankung ist der wichtigste Aspekt bei einer Muskelatrophie. Die Vorgehensweise richtet sich natürlich ganz nach der zugrundeliegenden Problematik. Eine Erbkrankheit wie die spinale Muskelatrophie bei der Katze oder die degenerative Myelopathie beim Hund lässt sich nicht heilen – hier geht es vor allem darum, Symptome zu lindern.

Wird die Muskelatrophie durch mechanischen Druck auf die Nerven verursacht, sind die Chancen oft gut. Ein Bandscheibenvorfall kann sich durch konservative Behandlung wieder zurückbilden oder operiert werden. Ein Tumor, der operativ entfernt wird, übt keinen Druck mehr aus. Die Nervenzellen können sich erholen und regenerieren – in der Folge aktivieren sie die Muskulatur wieder. Durch gezieltes Training kann dann oft der Normalzustand wieder hergestellt werden.

Vorübergehende Muskelatrophie, zum Beispiel nach einer Ruhigstellung, lässt sich durch Training, Aktivität und gegebenenfalls Physiotherapie wieder komplett beheben.

Kann die Grunderkrankung nicht behandelt werden, hilft regelmäßiges Training dabei, den Muskelschwund zu verlangsamen oder sogar zeitweise aufzuhalten und die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.


Wie können Sie Ihr Tier zusätzlich unterstützen?

Der Rollwagen hilft einem Hund oder einer Katze mit Muskelatrophie im Alltag. Die Wirbelsäule wird stabilisiert und das Gewicht auf die geschwächten Vorder- und/oder Hinterläufe reduziert. Da der Hund im Rollwagen aktiv mitlaufen kann, wird der Muskelaufbau durch die entlastete Bewegung trainiert. Der betroffene Hund oder die Katze kann sich selbstständig fortbewegen – diese Selbstständigkeit ist besonders wichtig für ein zufriedenes Leben. Der Rollwagen ermöglicht auch Kontakte mit Artgenossen, sogar Spielen ist möglich. Unser Rollwagen ist in verschiedenen Größen erhältlich – die kleineren Ausführungen eignen sich auch gut für Katzen.

Mit der Hebehilfe oder der Hebe- und Gehhilfe können Sie Ihren Hund unterstützen und gleichzeitig Ihren eigenen Rücken schonen. Beim Einsteigen ins Auto, auf der Treppe oder beim großen oder kleinen Geschäft stützt die Hebehilfe Ihren Hund, während Sie selbst aufrecht stehen bleiben können und sich nicht bücken müssen.

Mit einer Orthese kann ein geschwächtes Bein stabilisiert werden und wieder Gewicht übernehmen. Wir fertigen Orthesen ganz individuell nach einem Gipsabdruck an. So können wir sie genau auf Ihr Tier und Ihren gewünschten Einsatzzweck zuschneiden.

HerzensTier Kondition und Muskelaufbau ist eine ausgewählte Mischung aus Kräutern und Samen, mit der Sie das tägliche Futter für Pferd, Hund oder Katze ergänzen können. Die 100% natürlichen Zutaten unterstützen die Aktivität und versorgen Ihr Tier mit wichtigen Mikronährstoffen, die es für ein aktives Leben und starke Muskeln braucht.

Ein orthopädisches Hundebett besteht aus speziellem Schaum, der sich perfekt anpasst und gleichzeitig stützt. Fehlt das schützende Muskelpolster zum Beispiel an den Oberschenkeln, entstehen leicht Druckstellen, die nur schwer wieder heilen. Das orthopädische Hundebett sorgt mit seiner Anpassungsfähigkeit für gute Druckentlastung und beugt so Komplikationen vor.